Was ist Soziokratie?

Wie kann man in Organisationen effektives Handeln sichern und trotzdem demokratische Entscheidungen fällen? Wie dem Wohl des Ganzen Priorität geben, ohne dass Einzelne sich ausgeschlossen fühlen? Soziokratie schafft die Quadratur des Kreises. Sie erlaubt es jeder Organisation, sich selbst effektiv zu führen, während sie die Weisheit jedes Mitglieds nutzt. Jede
Meinung ist wertvoll, jeder ist Teilhaber und kann die Organisation mitgestalten. Anstatt Stimmen zu zählen, werden Argumente gewichtet und das Wissen aller erschlossen. Es entscheiden nicht Position, Titel oder Macht, sondern Verstand und Expertise.

Die Soziokratie wurde Ende der 1960er Jahre vom Reformpädagogen Kees Boeke in den Niederlanden entwickelt und von seinem Schüler Gerard Endenburg in dessen eigenem Unternehmen Endenburg Elektrotechnik erfolgreich erprobt. Mittlerweile findet die Soziokratie sowohl in Profit- als auch in Non-Profit-Organisationen Anwendung, grafik-runder-tischganz besonders bisher im Schul-, Erziehungs- und Pflegebereich.

Ziele:

  • Inklusion aller Beteiligten bei der Entscheidungsfindung – Partizipation in Gleichwertigkeit
  • Transparenz über die Abläufe in der Organisation
  • Effektives Reagieren auf veränderte Umwelteinflüsse – dynamisches Steuern
  • Umgestaltung der Gesellschaft in Richtung eines gewünschten Zukunftsbildes – die gemeinsame Vision einer Organisation

Die vier Grundprinzipien:

1) Organisation in Kreisen2) Entscheidung per Konsent3) Doppelte Verknüpfung4) Wahl von Funktionsträgern
Die Organisation wird in Kreisen aufgebaut, die innerhalb ihrer Grenzen autonom ihre Grundsatzentscheidungen treffen.Der Konsent regiert die Beschlussfassung.
(Konsent = „Keiner hat einen schwerwiegenden Einwand im Hinblick auf das gemeinsame Ziel“)
Zwischen den Kreisen gibt es eine doppelte Verknüpfung, d.h. jeweils zwei Personen nehmen an beiden Kreissitzungen teil.Die Kreise wählen die Menschen für die Funktionen und Aufgaben im Konsent nach offener Diskussion.

Diese vier Prinzipien können von jeder Organisation übernommen werden – in Non-Profit- als auch in Profit-Organisationen mit hierarchischen Strukturen – und helfen dabei sich selbst effektiv zu führen – lebendig, kreativ und mit Verantwortung.

Was macht die AG Soziokratie?

Die AG Soziokratie fördert die Methoden und Praxis der soziokratischen Führung und Entscheidung bei BenE München und seinen Mitgliedern auf städtischer und lokaler Ebene. Sie unterstützt diese beim Aufbau soziokratischer, partizipatorischer Organisationsformen. So trägt die AG dazu bei, den Weg zu einer neuen Form der Zusammenarbeit zu öffnen – von der Macht über andere zur Gestaltungsmacht mit anderen, von der Diskussion gegeneinander zur gemeinsamen Suche, vom „schroffen Individualismus” zur Verbindung in Gemeinschaft.
Dabei wird die Soziokratie aus drei Blickwinkeln betrachtet:

  1. Als „Lernende“, die Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen gemeinsam in der Praxis erweitern und vertiefen wollen
  2. Als „Beobachter“, die Soziokratie als eine Organisationsform und Methode neben anderen begreifen, die Brücken bauen und so zum gesellschaftlichem Wandel beitragen kann
  3. Als „Unterstützer“, die Ihr Wissen weitergeben und mit und für andere Interessierte Gruppen Soziokratie erlebbar machen wollen

Aktivitäten:

  • Moderation soziokratischer Gesprächsführung bei und für BenE Mitglieder und auf kommunaler und lokaler Ebene
  • Informationsveranstaltungen: Was ist Soziokratie, Soziokratie erlebbar machen
  • Lokaler Kontakt für Ihre Fragen rund um das Thema Soziokratielogo_soziokratiezentrum
  • Organisation von Soziokratie-Trainings, Ausbildung zum Soziokratischen-Berater (in Planung) und „Erlebnisabende“
  • Lerngruppen zur Begleitung einer Soziokratie-Ausbildung
  • Kontakt zum Soziokratie-Beraternetzwerk

Treffen:

Jeden zweiten Freitag im Monat von 16 bis 18 Uhr in der BenE München Geschäftsstelle, Ledererstraße 17

Bei Interesse an der AG Soziokratie wenden Sie sich an Thomas Schwab (thomas.schwab(at)bene-muenchen.de).