Nachhaltige Ernährung

Nachhaltige Ernährung, so lautete das Jahresthema der UN-Dekade 2012. Das Thema Ernährung geht bei Weitem über die Nahrungsmittelaufnahme hinaus. Sowohl im persönlichen Kontext, indem wir Lebens-Mittel, also „Mittel zum Leben“ zu uns nehmen, als auch in einem weiter gefassten, globalen Rahmen, ist es geboten mit dem Thema Ernährung bewusst umzugehen.

Doch woher kommen unsere „Mittel zum Leben“, was ist nötig um sie zu produzieren und wie kann dies nachhaltig geschehen?

In einem hoch komplexen Wirtschaftsgefüge kann es passieren, dass es sich ökonomisch lohnt Nahrung von weit her zu importieren, anstatt sie lokal zu beziehen. Zudem spielt auch Erdöl eine zentrale Rolle beim Thema Ernährung. Erdöl ist oft das Rohmaterial für Dünger. Die große physische Distanz und die Abhängigkeit von Erdöl sind potentielle Unsicherheitsfaktoren für unsere zukünftige Ernährung. Von der Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung an der TUM wurden sieben Grundsätze entwickelt.

  • Bevorzugung pflanzlicher Lebensmittel
  • Ökologisch erzeugte Lebensmittel
  • Regionale und saisonale Erzeugnisse
  • Bevorzugung gering verarbeiteter Lebensmittel - reichlich Frischkost
  • Umweltverträglich verpackte Produkte
  • Fair gehandelte Lebensmittel
  • Genussvolle und bekömmliche Speisen

Mehr.

Die Bewegung Transition Town hat unter anderem Nachhaltigkeit in der Kommune als Zielsetzung. Die Beschaffung von Nahrungsmittel in einer städtischen Transition-Gesellschaft geschieht lokal, somit saisonal und meist biologisch. Prinzipien wie Permakultur und ein systemischer Planungsansatz machen eine Transition-Gesellschaft widerstandsfähig gegenüber Unsicherheitsfaktoren.

In einer Transition Town hat auch Urban Gardening einen Platz. Urban Gardening, das ist das Anbauen von Gemüse und Obst in der Stadt. Dadurch werden soziale Verbindungen aufgebaut und gepflegt.

 

bayrische Initiativen zu einer nachhaltigen Ernährung

„Gscheit essen – mit Genuss und Verantwortung“. So heißt die 2012 initiierte Kampagne der AkteurInnen des Qualitätssiegels Umweltbildung Bayern.

Zur Vorbereitung auf das Thema Ernährung hatte die ANU Bayern e.V. im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit eine Recherche zum Thema „Ernährung und Nachhaltigkeit“ durchgeführt, die kostenlos heruntergeladen werden kann. Alle Termine sowie die Recherche stehen auf der Internetseite der Kampagne.

Der zentrale Startschuss der Kampagne fiel am 18. März im Rahmen einer vom Netzwerk NANU! e.V. und der Umweltstation Augsburg ausgerichteten Veranstaltung. Viele weitere Aktionen fanden über das Jahr verteilt statt.

Zum Abschluss der Kampagne von Umweltbildung Bayern „Gscheit essen mit Genuss und Verantwortung“ hatte sich das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten erstmals zu einer deutlichen Reduktion von tierischen Lebensmitteln bekannt. Im Flyer Nachhaltige Ernährung - Essen für die Zukunft heißt es dazu: „Tierische Lebensmittel ergänzen pflanzliche Erzeugnisse: fettarme Milch und Milchprodukte täglich in nicht zu hoher Menge, Fleisch und Wurstwaren am besten nur zwei- bis dreimal wöchentlich.“

Der Flyer wurde von unserem Mitglied, der Arbeitsgruppe Nachhaltige Ernährung unter Leitung von Dr. Karl v. Koerber erstellt und kann hier heruntergeladen und hier bestellt werden.

 

 

Weitere Veranstaltungen

10.10.2012 - 26.10.2012 | Klimaherbst

25.10.12, 17 – 19 Uhr | Morgen fange ich an! Nachhaltige Ernährung – Gute Vorsätze im Alltag besser umsetzen | Klimaherbst, Initiative n-a-h-r-u-n-g-s-k-e-t-t-e und Bund Naturschutz e.V., Kreisgruppe München

25.10.12, 20 – 22 Uhr | FRISS MICH, bitte bitte, FRISS MICH!  Kabarett von und mit Gregor Lawatsch | Klimaherbst, Münchner Volkshochschule

26.10.12, 18 – 22 Uhr | Heute für morgen essen – Think more about – Abschluss des Münchner Klimaherbstes | Klimaherbst, BenE München e.V. mit dem Terra Institut Brixen

31.10.12, 19:30 – 21 Uhr | Eisbären in der Wüste? Wie die industrielle Landwirtschaft (auch) unser Klima verändert | Zivilcourage München und München Land

22.11.12, 19 Uhr | „Wir sind doch nicht blöd! Oder doch?“ – Wie die Discount-Ökonomie auf Kosten von Beschäftigten, Erzeugern, Lieferanten und der Umwelt gute Geschäfte macht und warum die Konsumenten fast immer dabei mitspielen | Radio Lora

Literaturtipps

Nachhaltig genießen – Rezeptbuch für unsere Zukunft

Karl von Koerber und Hubert Hohle

Ernährungsökologie – Komplexen Herausforderungen integrativ begegnen

Ingrid Hoffmann, Katja Schneider, Claus Leitzmann

Vorrat halten

Hildegard Rust

Weitere Literatur und Material

Bio? Wo? Her damit! Für München und Umgebung

BN informiert - Gesunde Ernährung

Materialkompass Gesundheit & Ernährung

Literaturtipps des BNE-Portals

Zum Kampagnenthema gibt das Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) unter der fachlichen Konzeption von Dr. Karl von Koerber eine Plakat-Ausstellung mit dem Titel „Nachhaltige Ernährung - Essen für die Zukunft“ mit Begleitbroschüre heraus.

Infos und kostenlose Zusendung: www.stmelf.bayern.de